Horizonte

 

Die Fachtagung am 26.3.2021 wurde aufgrund des Corona Virus abgesagt.
Sie findet neu am 25.3.2022 in der Luzerner Psychiatrie (lups) in St. Urban statt.

Sehr geehrte Damen und Herren

Die psychiatrische Versorgung in der Schweiz ist in Bewegung, auf vielen Ebenen finden Veränderungen statt. Stationäre Versorgungsanbieter, wie beispielsweise psychiatrische Kliniken, bauen derzeit ergänzende ambulante Strukturen auf, die es den Betroffenen ermöglichen, z. B. Krisen im häuslichen Umfeld zu bewältigen. Diese Veränderungen könnten sich im Idealfall zu einem integrierten Versorgungsangebot weiterentwickeln. Im Bereich der Aus- und Weiterbildung werden interprofessionelle Curricula für die verbesserte Zusammenarbeit zwischen den Berufsgruppen gefördert und die Pflege treibt die Akademisierung voran. Diese führt zu Rollen- sowie Haltungsveränderungen aller Beteiligter auch im ambulanten Setting. Insbesondere Advanced Practice Nurses oder Nurse Practitioners werden das Tätigkeitsprofil der ambulanten psychiatrischen Pflege weiter verändern. Gleichzeitig nehmen Vorgaben zur Qualitätssicherung zu und auch ambulante Behandlungen müssen regelmässigen Überprüfungen der Ergebnisqualität standhalten. Eine informierte Entscheidungsfindung sowie Mitsprache der Klientinnen und Klienten wird ebenso vermehrt verlangt. Zusätzlich erfordert die Digitalisierung auch im häuslichen Umfeld und innerhalb der Gesundheitsberufe erweiterte Kompetenzen und wird sich in der täglichen Arbeit zeigen, z. B. elektronisches Patientendossiers- und eHealth.

Vieles erscheint durch diese Entwicklungen möglich, manches wohl auch in Frage gestellt. Sicher ist, dass sich ein Wandel vollzieht. Der Bedarf an ambulanter psychiatrischer Pflege (APP) wird jedoch noch zunehmen und der Fachkräftemangel wird uns weiterhin beschäftigen.

Daher setzen wir uns an der 12. Fachtagung neben den fachlichen Themen mit der Frage auseinander, wohin die Reise geht (Angebotsveränderungen, Qualitätsentwicklung, Berufsbild – und Fachentwicklung), aber auch mit der Überlegung, welche Wurzeln die APP hat, und welche Perspektiven sich daraus ergeben. Beide Fragen haben Auswirkungen auf die Anforderungen an den Beruf und damit auf die Aus-, Fort- und Weiterbildung als auch auf die Geschäftsmodelle, in welchen die APP angeboten wird. Dabei scheint klar: nur durch aktives Mitgestalten aller Beteiligten kann eine Versorgung erreicht werden, die jeder mittragen kann, in der jeder seinen anerkannten Platz findet.

Die Fachtagung Ambulante Psychiatrische Pflege ermöglicht uns gemeinsam auf die Reise zu gehen, um Horizonte auszuloten und gemeinsam über Perspektiven, Bedarfe und Entwicklungen mit der nötigen Gelassenheit zu diskutieren.
Wir sind zuversichtlich, dass dies nach der nun bereits zweiten Verschiebung aufgrund der Corona-Pandemie, im Frühjahr 2022 im persönlichen Kontakt möglich sein wird.

Das Organisationskomitee